P2P-Kredite – Ein Überblick für Anfänger

Wer sich mit Investitionsmöglichkeiten beschäftigt, wird früher oder später (aber meist früher) auch auf den Begriff P2P stoßen. Doch was versteckt sich hinter dieser interessanten Anlageform im Detail und welche Möglichkeiten bieten sich für uns? Im ersten Moment sind viele Personen mit diesem Begriff überfordert, dabei ist das Konzept gar nicht so kompliziert und mit nur wenig Aufwand zu verstehen. Einen Überblick zum Thema P2P vermittelt dieser Artikel.

P2P-Kredite

P2P ist lediglich die Abkürzung für Peer-to-Peer oder Private-to-Private, was in diesem Kontext übersetzt Privat-an-Privat bedeutet. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es bei P2P-Krediten also darum, dass Privatanleger Kredite an andere private Personen vergeben, ohne dass eine Bank als Vermittler auftritt. Solltest du dir also schon mal Geld von einem Freund geliehen oder selber Geld verliehen haben, hast du bereits P2P-Kredite im eigentlichen Sinne verwendet. Im Internet gibt es seit über 10 Jahren verschiedene Anbieter, die diese Methode weiter entwickelt haben. Der Markt für kleine Kredite war für Banken nicht so lukrativ, daher wurde dieses Geschäftsfeld nach und nach durch P2P abgedeckt. Mehr Details und Möglichkeiten erfährst du in den folgenden Abschnitten.

 

P2P als Anlagemöglichkeit

Wie funktioniert das Prinzip?

Nachdem wir grundlegend kennen gelernt haben, was P2P bedeutet, werde ich im nächsten Schritt kurz erläutern, wie das P2P-Prinzip üblicherweise über Online-Plattformen eingesetzt wird.

Mit Hilfe des P2P – Prinzipes können auf diversen Plattformen (siehe nächster Unterpunkt) Kredite in Anspruch genommen oder vergeben werden. Dabei kann man sich somit als Kreditgeber (Investor) oder Kreditnehmer anmelden. Der benötigte Betrag kann dann von einem Investor oder aber auch und das ist üblich, von mehreren Investoren gemeinsam gestellt werden. In der Praxis geben die meisten Kreditgeber somit zwischen 5 und 50 Euro pro Kredit (auch abhängig von der Plattform) und die Summe aus mehreren Investoren ergibt dann die tatsächlich gewünschte Kreditsumme.

P2P Zusammenarbeit

Selbstverständlich werden auf die investierten Beträge Zinsen gezahlt. Die Rendite liegt im Normalfall zwischen 7 – 20 %, je nach Risikoklasse des Kreditnehmers etc.

Die gesamte Steuerung der Einzahlungen, Auszahlungen, Rückzahlungen, Mahnungen, usw. wird durch die Plattformen durchgeführt. Als Investor muss man somit nur das Geld zur Verfügung stellen und entscheiden, wie und in was man investieren möchte.

Wo kann ich in P2P investieren?

Um in Private-to-Private – Kredite zu investieren, gibt es diverse Anbieter:

Das Prinzip ist bei allen Anbietern sehr ähnlich und beruht auf dem oben vorgestellten Grundsatz. Im Detail gibt es jedoch erhebliche Unterschiede, die ich in Zukunft in einzelnen Beiträgen erläutern werde.

Chancen

Ich persönlich sehe P2P – Kredite als hervorragende Möglichkeit zur Ergänzung des eigenen Portfolios. Mit den richtigen Einstellungen und einer gewissen Risikobereitschaft lassen sich hier sehr gute Renditen erzielen. Man sollte mit einer Plattform und einem kleinen Einsatz starten, um ein Gefühl für die Anlageform zu gewinnen.

Risiken

Renditechancen gehen auch immer mit einem Risiko einher. Je höher die Rendite, umso größer das Risiko. Auch wenn es zahlreiche Plattformen schon seit mehreren Jahren am Markt gibt und sich diese immer weiter entwickeln, sowohl was die Vergabekriterien (denn bei weitem nicht jeder erhält einen Kredit!), als auch die mengenmäßigen Umfänge angeht, bleibt natürlich immer ein entsprechendes Risiko. Ich empfehle daher nur verschmerzbare Summen in entsprechende Kredite zu investieren. Ich selber habe maximal 15% meines Gesamtkapitals in P2P hinterlegt.

Aufwand

Bei allen großen Anbietern besteht die Möglichkeit des Auto-Investments. Das bedeutet, dass für sie automatisch, an Hand von selbst eingestellten Kriterien, eine Investition in verschiedene Kredite vorgenommen wird. Wenn man also beispielsweise bei Mintos insgesamt 1000 Euro investieren will und pro Kredit maximal 5 Euro bereitstellt, muss man nicht manuell 200 Kredite auswählen, sondern kann das sehr einfach und komfortabel automatisiert laufen lassen. Wer gerne individuell eine Auswahl trifft, kann das natürlich auch tun. Ab einer gewissen Investitionssumme empfehle ich das aber auf Grund des zeitlichen Aufwandes nicht mehr.

 

Zeit ist Geld

Steuern

Selbstverständlich fallen auf Zinserträge aus P2P-Krediten die üblichen Kapitalertragssteuern an.

 

Weitere Fachbegriffe

Darlehensanbahner

Wie oben bereits erwähnt, muss die Kreditsumme erst erfolgreich durch einen oder mehrere Kreditgeber abgedeckt werden, bevor eine Auszahlung und Finanzierung entsteht (Auxmoney). Andere Plattformen (z.B. Mintos) setzen hier auf ein angepasstes Konzept, wobei die Kreditsumme bereits durch einen Anbieter (den Darlehensanbahner) vorfinanziert wird. Man selber investiert dann somit in Projekte, die bereits laufen und bei der wir zur weiteren Finanzierung nur unser Kapital zur Verfügung stellen. Das hat den großen Vorteil, dass die Renditerückzahlung sofort aktiv wird und man nicht erst warten muss, ob für das ausgewählte Projekt genügend Investoren zusammen kommen.

Rückkaufgarantie

Die Rückkaufgarantie ist eine Art Versicherung darauf, dass wir keine Kreditausfälle haben werden, da sie bei Nichtzahlung durch den entstprechenden Darlehensanbahner zurück gezahlt werden. Je nach Plattform unterscheiden sich die Kriterien, wenn es die Möglichkeit überhaupt gibt. Bei Mintos* werden Kredite, die länger als 60 Tage fällig sind, durch den entsprechenden Darlehensanbahner zurück gezahlt.

Davon ausgehend, dass man nur in Kredite mit Rückkaufgarantie investiert und diese auch zuverlässig abgesichert sind, hätte man also eine sichere Rendite im 2 stelligen Bereich. Solche Angebote sollte man immer aus dem richtigen Blickwinkel betrachten. Selbstverständlich funktioniert das System, jedoch nur solange man davon ausgeht, dass der entsprechende Darlehensanbahner zahlungsfähig ist und somit auf sicheren Beinen steht.

Ich persönlich kann bisher keine negativen Punkte zu diesem Thema berichten, da es bei mir seit mehreren Monate hervorragend funktioniert. Alle Rückkäufe wurden bei Mintos pünktlich vorgenommen.

Sekundärmarkt

Bei einigen Anbietern gibt es eine Art Zweitmarkt bzw. Sekundärmarkt. Hier kann man Kredite von anderen Investoren abkaufen oder natürlich auch an andere Kreditgeber verkaufen. Die Preise sind hier dann günstiger, als die eigentlich investierte Summe. Oftmals verwenden das Investoren, die schnell an Bargeld kommen müssen oder sich aus einer Branche zurückziehen wollen.

Zusammenfassung

P2P-Kredite stellen ohne Frage eine sehr gute Diversifikationsmöglichkeit für das eigene Portfolio dar. Ein gewisser Anteil (bei mir zwischen 10 und 15%) des Gesamtkapitals kann durchaus clever in diese Anlageform investiert werden. Wer neben der Börse und Immobilien also nach weiteren – seriösen – Anlagen sucht, kommt an diesem Thema nicht vorbei.

Viel Erfolg beim Investieren!

3 Gedanken zu “P2P-Kredite – Ein Überblick für Anfänger”

  1. Toller Beitrag und eine sehr gute Erklärung, denn den Begriff P2P hört man ja doch häufiger, aber vielen ist nicht bekannt, worum es dabei tatsächlich geht. Da kann solch ein Artikel wie hier schon eine große Hilfe sein.

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